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Goodbye Jeff Beck: Vinylrausch #53
Am 16.02. lassen wir beim blauen Rausch die Gitarren sprechen ...
Diese Alben werden wir beim Vinylrausch #53 am Donnerstag, 16.02.23 um 19:30 Uhr hören:
03Feb 23
News und Termine

Blues Deluxe – der blaue Vinylrausch #53

Die Einschläge kommen immer näher: nach Jeff Beck haben uns in den letzten Tagen auch David Crosby und Tom Verlaine verlassen. Jeder von ihnen ist eine musikalische Würdigung wert.

Beim Vinylrausch #53 werden wir uns am 16.02.23 mit einem bluesorientierten, ›blauen‹ Rausch von Jeff Beck verabschieden. Jeff Beck hat Mitte der Sechziger aus einer Fuzz-Box und einem mit Bier getränkten Verstärker neue Vorlagen für das klassische Rock-Riff entwickelt. Sein Debüt ‘Truth’ (1968) bietet als Album des Monats starke, abwechslungsreiche Songs und einen prophetischen Blick darauf, was aus dem englischen Blues-Rock in den nächsten Jahren werden sollte.

Dazu kommen ein weiterer ausgewiesener Bluesgitarrist: Harvey Mandel trägt den Spitznamen »The Snake«, weil seine Gitarrensoli ungewöhnliche Wege und Wendungen finden. ‘Baby Batter‘ von 1971 ist wohl sein bestes Album: tolle Songs, spannende Arrangements mit Streichern als Rhythmusgeber. Alles blueslastig, aber auch von Soul und Funk befeuert.

Einen Bogen zurück aus der Gegenwart schlägt dann die Berliner Band Wedge, die auf ‘Like No Tomorrow’ (2021) einen modernen, treibenden Psychedelic- oder Hardrock spielen. Damit scheint die Band Jeff Becks Anfänge bei den Yardbirds in die Gegenwart zu holen.

Ihr könnte euch jetzt hier für den blauen Vinylrausch #53 am 16.02. um 19:30 Uhr im Sputnik-Kino anmelden!
VR #53 Ankündigung
24Jan 23
Rauscharchiv

Ein Abend voller Kontraste – die große Review zum Vinylrausch #52

Charles Mingus Black Saint Aufnahmedatum

Wieder hat alles nahezu perfekt zueinander gefunden: die Zuhörer zahlreich zum Vinylrausch #52 ins Sputnik-Kino, die Alben in der überraschenden Kombination und der Tag auf dem (fast) perfekten Termin! Denn tatsächlich hat Charles Mingus sein Opus Magnum, das als Ballettsuite angelegte Album ‘The Black Saint and the Sinner Lady’, am 20.01.1963 in New York aufgenommen. Der Vinylrausch #52 lag mit einem Termin am 19.01.2023, und damit am Vorabend des 60. Jahrestages, also genau richtig. Es war ein überaus passender Moment, um eines der ungewöhnlichsten und mitreissendsten Jazzalben überhaupt zu würdigen.

Charles Mingus hat Cello und Komposition studiert und war zum Kontrabass gewechselt, um leichter Jobs zu bekommen, denn in klassischen Orchestern hatten es farbige Musiker damals schwer, eine dauerhafte Anstellung zu finden. Aus dieser erlebten Diskriminierung und aus seinem aufbrausenden, zum Teil gewalttätigen Wesen speist sich die Wut und Energie dieser Musik. ‘The Black Saint and the Sinner Lady’ ist auf der einen Seite der Soundtrack einer sich historisch immer wieder abspielenden Unterdrückungs- und Befreiungsgeschichte. Auf der anderen Seite ist es das musikalische Porträt eines ungewöhnlichen, von Begeisterung, manischer Selbstüberhöhung und immer wieder in Aggression umschlagenden Frustrationen gequälten Menschen.

»Er fühlt intensiv … er kann nicht akzeptieren, dass er allein ist …«

Nachdem Mingus 1962 bei den Proben zu seinem grandios gescheiterten Projekt Epitaph einem Musiker zwei Zähne ausgeschlagen hatte, mußte er sich eineR Psychotherapie unterziehen. Seinen behandelnden Arzt bat er, einen Text für das Album zu verfassen. Darin stellt Dr. Edmund Pollock fest, dass Mingus sich in der Musik zu einem schwarzen Heiligen stilisieren würde, der unter seinen eigenen Sünden und den Sünden der Menschheit leidet.

Charles Mingus Label Black Saint ...The Black Saint and the Sinner Lady’ in der Vinylrausch-Umgebung, also laut und konzentriert im dunklen Raum, hören zu können, war ein echtes Erlebnis. Dem Feedback nach zu urteilen, hat es auch die nicht eben wenigen Zuhörer überzeugt, die vor diesem oft als ‘Free-Jazz’-Album bezeichneten Klassiker eher Respekt hatten. Die kleine Big-Band hat in der Mischung auskomponierten Passagen mit freien Band- und Solo-Improvisationen eine wunderbare Balance gefunden, die in vielen Passagen an dramatische Filmmusik erinnerte – besonders das Taxi Driver Motiv kam einem in den Sinn. Es scheint von hier aus den Weg in Bernard Herrmanns Soundtrack gefunden zu haben.

Die im letzten Jahr herausgekommene Impulse-Pressung wird zu Recht gelobt und hat auch die Vinylrausch-Besucher überzeugt: klar und durchsichtig im Sound, wunderbar ausgewogen und von warmen Bässen getragen – ein selten schönes Erlebnis.

»Wir saßen auf unserem eigenen Stern …«

Auch bei ‘Astral Weeks’ haben wir auf eine hervorragende Nachpressung aus den letzten Jahren zurückgreifen können. Und auch diesem 55 Jahre alten Album war sein Alter nicht anzuhören. Die verblüffend zeitlose Musik lässt sich noch immer nicht festlegen: Es ist Jazz, keltischer Soul, Rock, Folk und Blues. Alles irgendwie gleichzeitig und in der Mischung einmalig.

Cover Van Morrison Astral WeekDas Bindeglied zwischen den beiden Alben war der Gitarrist Jay Berliner, der als New Yorker Studiomusiker für die Aufnahmesession engagiert wurde. Ein weiterer Jazzer, der Bassist Richard Davis, war im Grunde der ›Bandleader‹, denn Van Morrison soll nach verschiedenen Zeugenaussagen mit den Musikern kaum ein Wort gewechselt haben. Er hat seine in Bostons Musikclubs vorher live ausprobierten Songs der Band einmal vorgespielt und soll dann in der Gesangskabine verschwunden sein.

Die Aufnahmen für ‘Astral Weeks’ kann man darum als einen absoluten Glücksfall bezeichnen: Es sind unterschiedliche musikalische Fliehkräfte aufeinander getroffen, die sich nicht abgestossen, sondern in einem furiosen Wirbel ergänzt und gegenseitig inspiriert haben.

Van Morrisons Erinnerungen an die verlorene Jugend in Belfast, an die erste Liebe und beeindruckende Figuren der Stadt durchziehen in einem Stream of Consiousness, einem assoziativen Gedankenstrom, eine Musik voller hingetupfter Ideen, weicher Streicherarrangements und filigraner Gitarrenzupfer. Das ganze basiert auf einem rhythmischen Fundament, das hauptsächlich von Richard Davis‘ Bass getragen wird – für Greil Marcus »der beste Bass, der je auf einem Rock-Album gespielt wurde!«

»Wir werden niemals wieder auf unserer Telefone schauen.«

Diese Zeile wird von Isaac Wood auf ‘Ants from Up There‘ mit zarter Inbrunst zwar, aber entschieden vorgetragen. Auch er spielt in seinen ehrlichen, schonungslos offenen Texte mit den eigenen Erinnerungen. Bilder von erlebtem scheinen sich mit den noch immer präsenten Gefühlen zu den Ereignissen zu vermischen. Das emotionale Auf- und Ab spiegelt sich in der, in großen Wellen sich auftürmenden Musik, die nur schwer zu beschreiben ist.

Auch hier treffen Post-Rock Elemente auf klassische Instrumente und Streicherarrangements. Die mitreissende Collage endet in einem aufbrausenden Crescendo und kehrte damit irgendwie auch zum Anfang des Abends zurück.

Drei Alben, die stilistisch zwischen allen Stühlen klingen und uns trotzdem, oder gerade deshalb, auf eine erlebnisreiche musikalische Reise mitgenommen haben. Ein großer Abend.

10Jan 23
News und Termine

Ganz großes Kopfkino – Vinylrausch #52

Stop! Look! and sing songs of revolutions!

Wir beginnen das Jahr 2023 beim Vinylrausch #52 mit zwei musikalischen Meisterwerken, die ihresgleichen suchen:

Cover Mingus Black Saint KanteEines der ungewöhnlichsten und überraschendsten Jazzalben überhaupt ist ‘The Black Saint and the Sinner Lady‘ von Charles Mingus. Eine elfköpfige Big Band spielt große, aufbrausende Musik, die wie Filmmusik klingt, aber so kraftvoll und einnehmend ist, dass daneben keine fremden Bilder bestehen könnten. Der Film zu diesem herrlichen Spaß voller überraschender Wendungen entsteht im eigenen Kopf. Für Lester Bangs war ‘The Black Saint …‘ eines der wenigen Alben, die unser Leben nachhaltig verändern können.

Das Album wird in diesem Jahr 60 – einen besseren Auftakt kann es für den Vinylrausch kaum geben.

Die verblüffenden Flamenco-Tupfer auf ‘The Black Saint …‘ durfte Jay Berliner an der Gitarre setzen – dieser versierte Studiomusiker taucht fünf Jahre später auf einem weiteren Meisterwerk auf: Van Morissons ‘Astral Weeks‘ ist vor 55 Jahren erschienen und in seiner Mischung aus europäisch geprägten Folk-Songs und amerikanischer Jazz-Tradition eine Ausnahmeerscheinung, die man nicht oft genug auflegen kann. ‘Astral Weeks‘ verbindet den berührenden Gesang eines aus seiner Heimat und seiner Jugend vertriebenen Sängers mit den gefühlvollen Improvisationen einer inspirierten Gruppe von Studiomusikern.

Mit dem Erscheinen von ‘Ants from Up There‘ Anfang 2022 hat Jason Walker seine Zusammenarbeit mit Black Country, New Road aus mentalen gesundheitlichen Gründen beendet. Ein herber Verlust für die Band, ist es doch gerade der sensible Sänger, der mit seinen hochemotionalen Texten die Musik voller Finten und Fährten zusammenhält. Wir hören beim Vinylrausch #52 die vierte Seite dieses Albums, das uns sicher noch beschäftigen wird.

Ihr könnt Euch jetzt hier anmelden für den Vinylrausch #52 am Donnerstag, den 19.01.23 um 19:30 Uhr im Sputnik-Kino am Südstern!
22Dez 22
Rauscharchiv

Herz aus Vinyl – Die Review zum VR #51

Ein großer Abend rund um eine Legende und seine Jünger: Neil Youngs Jubiläum ‘Harvest‘ war der Ausgangspunkt, zwei Musiker und Fans durften die Kontraste setzen.
1972
Neil Young – Harvest

Harvest haben wir zum 50.Jubiläum beim VR#51 gehört. Zu Recht ein hochgelobtes, tolles Album!

1997
Radiohead – OK Computer

OK Computer verwirrte und begeisterte uns mit wütenden Soundexperimenten beim VR#51

2022
Jack White – Fear Of The Dawn

Fear Of The Dawn war ein lautes, abwechslungsreiches und uns begeisterndes Feuerwerk an Ideen beim VR#51

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News und Termine

Blues Deluxe – der blaue Vinylrausch #53

Die Einschläge kommen immer näher: nach Jeff Beck haben uns in den letzten Tagen auch David Crosby und Tom Verlaine verlassen. Jeder von ihnen ist eine musikalische Würdigung wert.

Beim Vinylrausch #53 werden wir uns am 16.02.23 mit einem bluesorientierten, ›blauen‹ Rausch von Jeff Beck verabschieden. Jeff Beck hat Mitte der Sechziger aus einer Fuzz-Box und einem mit Bier getränkten Verstärker neue Vorlagen für das klassische Rock-Riff entwickelt. Sein Debüt ‘Truth’ (1968) bietet als Album des Monats starke, abwechslungsreiche Songs und einen prophetischen Blick darauf, was aus dem englischen Blues-Rock in den nächsten Jahren werden sollte.

Dazu kommen ein weiterer ausgewiesener Bluesgitarrist: Harvey Mandel trägt den Spitznamen »The Snake«, weil seine Gitarrensoli ungewöhnliche Wege und Wendungen finden. ‘Baby Batter‘ von 1971 ist wohl sein bestes Album: tolle Songs, spannende Arrangements mit Streichern als Rhythmusgeber. Alles blueslastig, aber auch von Soul und Funk befeuert.

Einen Bogen zurück aus der Gegenwart schlägt dann die Berliner Band Wedge, die auf ‘Like No Tomorrow’ (2021) einen modernen, treibenden Psychedelic- oder Hardrock spielen. Damit scheint die Band Jeff Becks Anfänge bei den Yardbirds in die Gegenwart zu holen.

Ihr könnte euch jetzt hier für den blauen Vinylrausch #53 am 16.02. um 19:30 Uhr im Sputnik-Kino anmelden!
VR #53 Ankündigung
Rauscharchiv

Ein Abend voller Kontraste – die große Review zum Vinylrausch #52

Charles Mingus Black Saint Aufnahmedatum

Wieder hat alles nahezu perfekt zueinander gefunden: die Zuhörer zahlreich zum Vinylrausch #52 ins Sputnik-Kino, die Alben in der überraschenden Kombination und der Tag auf dem (fast) perfekten Termin! Denn tatsächlich hat Charles Mingus sein Opus Magnum, das als Ballettsuite angelegte Album ‘The Black Saint and the Sinner Lady’, am 20.01.1963 in New York aufgenommen. Der Vinylrausch #52 lag mit einem Termin am 19.01.2023, und damit am Vorabend des 60. Jahrestages, also genau richtig. Es war ein überaus passender Moment, um eines der ungewöhnlichsten und mitreissendsten Jazzalben überhaupt zu würdigen.

Charles Mingus hat Cello und Komposition studiert und war zum Kontrabass gewechselt, um leichter Jobs zu bekommen, denn in klassischen Orchestern hatten es farbige Musiker damals schwer, eine dauerhafte Anstellung zu finden. Aus dieser erlebten Diskriminierung und aus seinem aufbrausenden, zum Teil gewalttätigen Wesen speist sich die Wut und Energie dieser Musik. ‘The Black Saint and the Sinner Lady’ ist auf der einen Seite der Soundtrack einer sich historisch immer wieder abspielenden Unterdrückungs- und Befreiungsgeschichte. Auf der anderen Seite ist es das musikalische Porträt eines ungewöhnlichen, von Begeisterung, manischer Selbstüberhöhung und immer wieder in Aggression umschlagenden Frustrationen gequälten Menschen.

»Er fühlt intensiv … er kann nicht akzeptieren, dass er allein ist …«

Nachdem Mingus 1962 bei den Proben zu seinem grandios gescheiterten Projekt Epitaph einem Musiker zwei Zähne ausgeschlagen hatte, mußte er sich eineR Psychotherapie unterziehen. Seinen behandelnden Arzt bat er, einen Text für das Album zu verfassen. Darin stellt Dr. Edmund Pollock fest, dass Mingus sich in der Musik zu einem schwarzen Heiligen stilisieren würde, der unter seinen eigenen Sünden und den Sünden der Menschheit leidet.

Charles Mingus Label Black Saint ...The Black Saint and the Sinner Lady’ in der Vinylrausch-Umgebung, also laut und konzentriert im dunklen Raum, hören zu können, war ein echtes Erlebnis. Dem Feedback nach zu urteilen, hat es auch die nicht eben wenigen Zuhörer überzeugt, die vor diesem oft als ‘Free-Jazz’-Album bezeichneten Klassiker eher Respekt hatten. Die kleine Big-Band hat in der Mischung auskomponierten Passagen mit freien Band- und Solo-Improvisationen eine wunderbare Balance gefunden, die in vielen Passagen an dramatische Filmmusik erinnerte – besonders das Taxi Driver Motiv kam einem in den Sinn. Es scheint von hier aus den Weg in Bernard Herrmanns Soundtrack gefunden zu haben.

Die im letzten Jahr herausgekommene Impulse-Pressung wird zu Recht gelobt und hat auch die Vinylrausch-Besucher überzeugt: klar und durchsichtig im Sound, wunderbar ausgewogen und von warmen Bässen getragen – ein selten schönes Erlebnis.

»Wir saßen auf unserem eigenen Stern …«

Auch bei ‘Astral Weeks’ haben wir auf eine hervorragende Nachpressung aus den letzten Jahren zurückgreifen können. Und auch diesem 55 Jahre alten Album war sein Alter nicht anzuhören. Die verblüffend zeitlose Musik lässt sich noch immer nicht festlegen: Es ist Jazz, keltischer Soul, Rock, Folk und Blues. Alles irgendwie gleichzeitig und in der Mischung einmalig.

Cover Van Morrison Astral WeekDas Bindeglied zwischen den beiden Alben war der Gitarrist Jay Berliner, der als New Yorker Studiomusiker für die Aufnahmesession engagiert wurde. Ein weiterer Jazzer, der Bassist Richard Davis, war im Grunde der ›Bandleader‹, denn Van Morrison soll nach verschiedenen Zeugenaussagen mit den Musikern kaum ein Wort gewechselt haben. Er hat seine in Bostons Musikclubs vorher live ausprobierten Songs der Band einmal vorgespielt und soll dann in der Gesangskabine verschwunden sein.

Die Aufnahmen für ‘Astral Weeks’ kann man darum als einen absoluten Glücksfall bezeichnen: Es sind unterschiedliche musikalische Fliehkräfte aufeinander getroffen, die sich nicht abgestossen, sondern in einem furiosen Wirbel ergänzt und gegenseitig inspiriert haben.

Van Morrisons Erinnerungen an die verlorene Jugend in Belfast, an die erste Liebe und beeindruckende Figuren der Stadt durchziehen in einem Stream of Consiousness, einem assoziativen Gedankenstrom, eine Musik voller hingetupfter Ideen, weicher Streicherarrangements und filigraner Gitarrenzupfer. Das ganze basiert auf einem rhythmischen Fundament, das hauptsächlich von Richard Davis‘ Bass getragen wird – für Greil Marcus »der beste Bass, der je auf einem Rock-Album gespielt wurde!«

»Wir werden niemals wieder auf unserer Telefone schauen.«

Diese Zeile wird von Isaac Wood auf ‘Ants from Up There‘ mit zarter Inbrunst zwar, aber entschieden vorgetragen. Auch er spielt in seinen ehrlichen, schonungslos offenen Texte mit den eigenen Erinnerungen. Bilder von erlebtem scheinen sich mit den noch immer präsenten Gefühlen zu den Ereignissen zu vermischen. Das emotionale Auf- und Ab spiegelt sich in der, in großen Wellen sich auftürmenden Musik, die nur schwer zu beschreiben ist.

Auch hier treffen Post-Rock Elemente auf klassische Instrumente und Streicherarrangements. Die mitreissende Collage endet in einem aufbrausenden Crescendo und kehrte damit irgendwie auch zum Anfang des Abends zurück.

Drei Alben, die stilistisch zwischen allen Stühlen klingen und uns trotzdem, oder gerade deshalb, auf eine erlebnisreiche musikalische Reise mitgenommen haben. Ein großer Abend.

News und Termine

Ganz großes Kopfkino – Vinylrausch #52

Stop! Look! and sing songs of revolutions!

Wir beginnen das Jahr 2023 beim Vinylrausch #52 mit zwei musikalischen Meisterwerken, die ihresgleichen suchen:

Cover Mingus Black Saint KanteEines der ungewöhnlichsten und überraschendsten Jazzalben überhaupt ist ‘The Black Saint and the Sinner Lady‘ von Charles Mingus. Eine elfköpfige Big Band spielt große, aufbrausende Musik, die wie Filmmusik klingt, aber so kraftvoll und einnehmend ist, dass daneben keine fremden Bilder bestehen könnten. Der Film zu diesem herrlichen Spaß voller überraschender Wendungen entsteht im eigenen Kopf. Für Lester Bangs war ‘The Black Saint …‘ eines der wenigen Alben, die unser Leben nachhaltig verändern können.

Das Album wird in diesem Jahr 60 – einen besseren Auftakt kann es für den Vinylrausch kaum geben.

Die verblüffenden Flamenco-Tupfer auf ‘The Black Saint …‘ durfte Jay Berliner an der Gitarre setzen – dieser versierte Studiomusiker taucht fünf Jahre später auf einem weiteren Meisterwerk auf: Van Morissons ‘Astral Weeks‘ ist vor 55 Jahren erschienen und in seiner Mischung aus europäisch geprägten Folk-Songs und amerikanischer Jazz-Tradition eine Ausnahmeerscheinung, die man nicht oft genug auflegen kann. ‘Astral Weeks‘ verbindet den berührenden Gesang eines aus seiner Heimat und seiner Jugend vertriebenen Sängers mit den gefühlvollen Improvisationen einer inspirierten Gruppe von Studiomusikern.

Mit dem Erscheinen von ‘Ants from Up There‘ Anfang 2022 hat Jason Walker seine Zusammenarbeit mit Black Country, New Road aus mentalen gesundheitlichen Gründen beendet. Ein herber Verlust für die Band, ist es doch gerade der sensible Sänger, der mit seinen hochemotionalen Texten die Musik voller Finten und Fährten zusammenhält. Wir hören beim Vinylrausch #52 die vierte Seite dieses Albums, das uns sicher noch beschäftigen wird.

Ihr könnt Euch jetzt hier anmelden für den Vinylrausch #52 am Donnerstag, den 19.01.23 um 19:30 Uhr im Sputnik-Kino am Südstern!
22Dez 22
Rauscharchiv

Herz aus Vinyl – Die Review zum VR #51

Ein großer Abend rund um eine Legende und seine Jünger: Neil Youngs Jubiläum ‘Harvest‘ war der Ausgangspunkt, zwei Musiker und Fans durften die Kontraste setzen.
1972
Neil Young – Harvest

Harvest haben wir zum 50.Jubiläum beim VR#51 gehört. Zu Recht ein hochgelobtes, tolles Album!

1997
Radiohead – OK Computer

OK Computer verwirrte und begeisterte uns mit wütenden Soundexperimenten beim VR#51

2022
Jack White – Fear Of The Dawn

Fear Of The Dawn war ein lautes, abwechslungsreiches und uns begeisterndes Feuerwerk an Ideen beim VR#51

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Im Prinzip ist das hier die perfekte Veranstaltung.
Georg nach seinem ersten Vinylrausch XV

Ich kenne das Album in- und auswendig, aber hier, und das geht mir immer so, hier beim Vinylrausch höre ich plötzlich Sachen, die ich noch nie gehört habe. Es ist faszinierend.
Thomas beim Jubiläums-Rausch #50

Kosmische Brocken

Zum 82. von Frank Zappa
Am 20.12. im Sputnik-Kino

Es war ein tolles Erlebnis, hat uns sehr gut gefallen.
Rene und Anita nach ihrem ersten Vinylrausch III

Ich will da unbedingt mal vorbeikommen!
Anja Caspary, Musik-Chefin von RadioEins, im Gespräch über den Vinylrausch.

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