Skip to content
Eine neue Zeremonie: Vinylrausch #63 im März
Singer und Songwriter, hemmungslos
21Feb 24
Rauscharchiv

Vinylrausch #62 – die schwarze Review

Je länger man sich mit Church of Anthrax von John Cale und Terry Riley beschäftigt, umso deutlicher wird der große Einfluss, den dieses Album auf die Rockmusik gehabt haben dürfte.

Gehört haben wir das bei dem dreißig Jahre später erschienenen Travelling Ants Who Got Eaten by Moskus von The Low Frequency in Stereo, unserem Album des Monats beim Vinylrausch #62. Dieses sehr unterhaltsame und abwechslungsreiche Album ist Ende Januar 2004 und damit vor fast genau 20 Jahren erschienen. Weil es mit Vinylveröffentlichungen aus den 2000er Jahren so eine Sache ist, war Travelling Ants… gesetzt, nachdem diese Post-Rock Perle nun endlich auch auf Vinyl erschienen ist.

Cover des Albums von The Low Frequency in Stereo

An Church of Anthrax hat uns Lüül bei seinem Besuch zur Feier von Malesch dem Debüt von Agitation Free von 1972, erinnert. Damals hat Thomas Kessler als Leiter des Electronic Beat Studio in Berlin Wilmersdorf den erst 19-jährigen Musikern einige Notenzettel in die Hand gedrückt. Die Band ging von einer Komposition von Kessler aus und mühte sich, die dichten, rhythmusorientierten Flächen nachzuspielen. Später eröffnete ihnen Thomas Kessler, dass sie ein Transkript von Church of Anthrax in Händen hielten … . Auf Malesch sind nicht nur die stereophonen Orgeltöne wiederzufinden (deutlich im Stück Ala Tul auf Seite A), sondern auch der orientalisch anmutende Charakter von Terry Rileys Sopransaxofon klingt immer wieder durch.

Lüül im Interview beim Vinylrausch #59

Riley war ein ausgebildeter Konzertpianist, der viel in Jazzclubs gespielt hat und stark von John Coltrane beeinflusst war. Ende der 60er Jahre hat er nächtelange Konzerte gegeben, in denen minimalistische Piano- und Orgelpassagen mit Tape-Loops kombiniert wurden. Diese bewusstseinserweiternden Séancen ›from dusk till dawn‹ kann man gut und gerne als Vorläufer der ebenfalls auf rhythmische Ekstase ausgelegten Disco-, House- oder Rave-Events der 70er-, 80er- und 90er-Jahre sehen. Riley ist uns beim Vinylrausch schon oft begegnet, sei es mit der Begeisterung, die sein Debüt A Rainbow In Curved Air bei Pete Townsend hervorgerufen hat, sei es bei seiner Zusammenarbeit mit La Monte Young oder John Cale schon vor dem ersten Album von The Velvet Underground.

Es ist tatsächlich schon fünf Jahre her, dass wir für den Vinylrausch #27 das damals brandneue Debüt der österreichischen Band Culk aufgelegt haben. Es paßte hier wieder perfekt, denn die Krautrockelemente besonders auf dem immer wieder faszinierenden Song Faust II auf der A-Seite des Albums, sind unüberhörbar. Auch hier geht es um den Groove und um das große Soundgewitter. Dabei gelingt es Culk aber, dank der faszinierenden vernuschelten Stimme der Sängerin Sophie Löw, frische und immer wieder überraschenden Songs zu schreiben. Culk bleibt eines der faszinierendsten Debüts der letzten Jahre.

Die Kirche des Vinyls ist mit dieser mitreissenden Séance für ein weiteres Jahr eröffnet worden.

02Feb 24
News und Termine

Der schwarze Vinylrausch #62

Ein Ausrufezeichen und gleichzeitig der nächste Mosaikstein in unserer musikalischen Tour durch die Rockgeschichte ist John Cales und Terry Rileys Church of Anthrax. Für das Musikmagazin Sounds gehört es seit 1971 in jede Rocksammlung, für Lüül und die jungen Musiker von Agitation Free war es ein maßgeblicher Einfluss auf ihr Debüt Malesch, für uns wird es eine aufregende Schlangenbeschwörung in der Kirche des Vinyls werden.

Die drei Norweger von The Low Frequency in Stereo könnten die Enkel der amerikanischen Minimalisten sein. Mit Traveling Ants Who Got Eaten by Moskus haben sie aus ihren Liveauftritten einen unheimlich groovende Genremix geschaffen, der ganz ferne Ziele anzustreben scheint.

Für das geniale Debüt von Culk, das schon fünf Jahre alt ist(!), jetzt den Begriff Postrock ins Spiel zu bringen, scheint müssig – denn zu diesem Genre könnten dann gleich alle drei Alben gehören. Culk haben 2019 an Krautrock, Psychedelic und Minimalismus angeschlossen und werden uns mit ihrer träumerischen Dynamik aus dem schwarzen Rausch wieder ans Licht führen.

08Jan 24
News und Termine

Vinylrausch-Special: LÜÜL – Multimediale Lesung & Konzert

Für das Vinylrausch-Special am 25.1.24 im Sputnik Kino hat sich Musiker Lüül aus Berlin etwas Besonderes einfallen lassen. Er feiert sein abenteuerliches Musikerleben in einem kombinierten Abend aus multimedialer Lesung und Konzert.

1. Teil Multimediale Lesung – »Und ich folge meiner Spur …«

Seid dabei, wenn Lüül von seinen musikalischen Abenteuern liest, seiner Romanze mit der legendären Sängerin Nico (Ex Velvet Underground), über seine psychedelischen Erlebnisse in den Siebzigern als Krautrocker mit Agitation Free, Ash Ra Tempel und Ashra und vom turbulenten Alltag der 17 Hippies.

2. Teil Konzert Lüül – »Der stille Tanz«

Das aktuelle Album des Berliner Liedermachers wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Nun präsentiert er es live.

»Seit fünfzig Jahren wandelt Lüül zwischen Krautrock (Ash Ra Tempel), wunderbarer Weltmusik (17 Hippies) und modernem Liederschreiben. Seine Stimme ist markant, seine Kompositionen sind nie beliebig, zudem herausragend interpretiert von einer fantastischen Band, und mal poetisch, mal bissig die Texte. So auch im Fall von »Der stille Tanz«, mit Reflektionen zur Corona-Pandemie, die Lüül, den Weltenbummler, zum Stillstand führte (»Die Welt hält an«). Melancholie trifft auf Weltschmerz, ohne in Larmoyanz zu verfallen. Im Gegenteil: Diesem musikalischen Tausendsassa gelingt das Kunststück, uns auf hohem Niveau zu unterhalten. »
Für die Jury der deutschen Schallplattenkritik: Hans Reul 2022

Lüül: Gesang, Gitarren / luul.de

Erwarteter Kulturbeitrag: 10-? Euro 

31Dez 23
Rauscharchiv

Die hymnische Review – Vinylrausch #61

David Crosby hat mit seinem Debüt eine wirklich aussergewöhnliche Platte geschaffen, die bei diesem Rausch von zwei Psychedelic Folk Alben eingerahmt wird.
1970
The Byrds – (Untitled)

(Untitled) heißt tatsächlich so und enthält den mitreissenden Jam von ‘Eigth Miles High’, der den VR #61 eingeleitet hat.

1971
David Crosby – If I Could Only Remember My Name

If I Could Only Remember My Name ist ein aus Schmerzen, Drogen und Freundschaft geborenes Meisterwerk. Gehört beim VR #61.

2021
Fuzzy Lights – Burials

Burials war als herausfordernde Mischung aus Psychedelic Folk, Postrock und Noise der furiose Abschluss des hymnischen VR #61

ganzen Artikel lesen
01Dez 23
News und Termine

Vinylrausch und KOSMISCHE BROCKEN on Tour

EINE Stadt, EIN Kino, EINE Vorstellung: KOSMISCHE BROCKEN – Frank Zappa und die Deutschen Zum 30. Todestag von Frank Zappa kommt eine ungewöhnliche Musikdoku in die Kinos. KOSMISCHE BROCKEN erzählt die Geschichte der Fans von Frank Zappa, von Musikliebhabern, die in West- wie Ostdeutschland in frühester Jugend von einer hartnäckigen Leidenschaft befallen wurden. Der Film versucht zu ergründen, was Zappa…

ganzen Artikel lesen
Rauscharchiv

Vinylrausch #62 – die schwarze Review

Je länger man sich mit Church of Anthrax von John Cale und Terry Riley beschäftigt, umso deutlicher wird der große Einfluss, den dieses Album auf die Rockmusik gehabt haben dürfte.

Gehört haben wir das bei dem dreißig Jahre später erschienenen Travelling Ants Who Got Eaten by Moskus von The Low Frequency in Stereo, unserem Album des Monats beim Vinylrausch #62. Dieses sehr unterhaltsame und abwechslungsreiche Album ist Ende Januar 2004 und damit vor fast genau 20 Jahren erschienen. Weil es mit Vinylveröffentlichungen aus den 2000er Jahren so eine Sache ist, war Travelling Ants… gesetzt, nachdem diese Post-Rock Perle nun endlich auch auf Vinyl erschienen ist.

Cover des Albums von The Low Frequency in Stereo

An Church of Anthrax hat uns Lüül bei seinem Besuch zur Feier von Malesch dem Debüt von Agitation Free von 1972, erinnert. Damals hat Thomas Kessler als Leiter des Electronic Beat Studio in Berlin Wilmersdorf den erst 19-jährigen Musikern einige Notenzettel in die Hand gedrückt. Die Band ging von einer Komposition von Kessler aus und mühte sich, die dichten, rhythmusorientierten Flächen nachzuspielen. Später eröffnete ihnen Thomas Kessler, dass sie ein Transkript von Church of Anthrax in Händen hielten … . Auf Malesch sind nicht nur die stereophonen Orgeltöne wiederzufinden (deutlich im Stück Ala Tul auf Seite A), sondern auch der orientalisch anmutende Charakter von Terry Rileys Sopransaxofon klingt immer wieder durch.

Lüül im Interview beim Vinylrausch #59

Riley war ein ausgebildeter Konzertpianist, der viel in Jazzclubs gespielt hat und stark von John Coltrane beeinflusst war. Ende der 60er Jahre hat er nächtelange Konzerte gegeben, in denen minimalistische Piano- und Orgelpassagen mit Tape-Loops kombiniert wurden. Diese bewusstseinserweiternden Séancen ›from dusk till dawn‹ kann man gut und gerne als Vorläufer der ebenfalls auf rhythmische Ekstase ausgelegten Disco-, House- oder Rave-Events der 70er-, 80er- und 90er-Jahre sehen. Riley ist uns beim Vinylrausch schon oft begegnet, sei es mit der Begeisterung, die sein Debüt A Rainbow In Curved Air bei Pete Townsend hervorgerufen hat, sei es bei seiner Zusammenarbeit mit La Monte Young oder John Cale schon vor dem ersten Album von The Velvet Underground.

Es ist tatsächlich schon fünf Jahre her, dass wir für den Vinylrausch #27 das damals brandneue Debüt der österreichischen Band Culk aufgelegt haben. Es paßte hier wieder perfekt, denn die Krautrockelemente besonders auf dem immer wieder faszinierenden Song Faust II auf der A-Seite des Albums, sind unüberhörbar. Auch hier geht es um den Groove und um das große Soundgewitter. Dabei gelingt es Culk aber, dank der faszinierenden vernuschelten Stimme der Sängerin Sophie Löw, frische und immer wieder überraschenden Songs zu schreiben. Culk bleibt eines der faszinierendsten Debüts der letzten Jahre.

Die Kirche des Vinyls ist mit dieser mitreissenden Séance für ein weiteres Jahr eröffnet worden.

News und Termine

Der schwarze Vinylrausch #62

Ein Ausrufezeichen und gleichzeitig der nächste Mosaikstein in unserer musikalischen Tour durch die Rockgeschichte ist John Cales und Terry Rileys Church of Anthrax. Für das Musikmagazin Sounds gehört es seit 1971 in jede Rocksammlung, für Lüül und die jungen Musiker von Agitation Free war es ein maßgeblicher Einfluss auf ihr Debüt Malesch, für uns wird es eine aufregende Schlangenbeschwörung in der Kirche des Vinyls werden.

Die drei Norweger von The Low Frequency in Stereo könnten die Enkel der amerikanischen Minimalisten sein. Mit Traveling Ants Who Got Eaten by Moskus haben sie aus ihren Liveauftritten einen unheimlich groovende Genremix geschaffen, der ganz ferne Ziele anzustreben scheint.

Für das geniale Debüt von Culk, das schon fünf Jahre alt ist(!), jetzt den Begriff Postrock ins Spiel zu bringen, scheint müssig – denn zu diesem Genre könnten dann gleich alle drei Alben gehören. Culk haben 2019 an Krautrock, Psychedelic und Minimalismus angeschlossen und werden uns mit ihrer träumerischen Dynamik aus dem schwarzen Rausch wieder ans Licht führen.

News und Termine

Vinylrausch-Special: LÜÜL – Multimediale Lesung & Konzert

Für das Vinylrausch-Special am 25.1.24 im Sputnik Kino hat sich Musiker Lüül aus Berlin etwas Besonderes einfallen lassen. Er feiert sein abenteuerliches Musikerleben in einem kombinierten Abend aus multimedialer Lesung und Konzert.

1. Teil Multimediale Lesung – »Und ich folge meiner Spur …«

Seid dabei, wenn Lüül von seinen musikalischen Abenteuern liest, seiner Romanze mit der legendären Sängerin Nico (Ex Velvet Underground), über seine psychedelischen Erlebnisse in den Siebzigern als Krautrocker mit Agitation Free, Ash Ra Tempel und Ashra und vom turbulenten Alltag der 17 Hippies.

2. Teil Konzert Lüül – »Der stille Tanz«

Das aktuelle Album des Berliner Liedermachers wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Nun präsentiert er es live.

»Seit fünfzig Jahren wandelt Lüül zwischen Krautrock (Ash Ra Tempel), wunderbarer Weltmusik (17 Hippies) und modernem Liederschreiben. Seine Stimme ist markant, seine Kompositionen sind nie beliebig, zudem herausragend interpretiert von einer fantastischen Band, und mal poetisch, mal bissig die Texte. So auch im Fall von »Der stille Tanz«, mit Reflektionen zur Corona-Pandemie, die Lüül, den Weltenbummler, zum Stillstand führte (»Die Welt hält an«). Melancholie trifft auf Weltschmerz, ohne in Larmoyanz zu verfallen. Im Gegenteil: Diesem musikalischen Tausendsassa gelingt das Kunststück, uns auf hohem Niveau zu unterhalten. »
Für die Jury der deutschen Schallplattenkritik: Hans Reul 2022

Lüül: Gesang, Gitarren / luul.de

Erwarteter Kulturbeitrag: 10-? Euro 

31Dez 23
Rauscharchiv

Die hymnische Review – Vinylrausch #61

David Crosby hat mit seinem Debüt eine wirklich aussergewöhnliche Platte geschaffen, die bei diesem Rausch von zwei Psychedelic Folk Alben eingerahmt wird.
1970
The Byrds – (Untitled)

(Untitled) heißt tatsächlich so und enthält den mitreissenden Jam von ‘Eigth Miles High’, der den VR #61 eingeleitet hat.

1971
David Crosby – If I Could Only Remember My Name

If I Could Only Remember My Name ist ein aus Schmerzen, Drogen und Freundschaft geborenes Meisterwerk. Gehört beim VR #61.

2021
Fuzzy Lights – Burials

Burials war als herausfordernde Mischung aus Psychedelic Folk, Postrock und Noise der furiose Abschluss des hymnischen VR #61

ganzen Artikel lesen
01Dez 23
News und Termine

Vinylrausch und KOSMISCHE BROCKEN on Tour

EINE Stadt, EIN Kino, EINE Vorstellung: KOSMISCHE BROCKEN – Frank Zappa und die Deutschen Zum 30. Todestag von Frank Zappa kommt eine ungewöhnliche Musikdoku in die Kinos. KOSMISCHE BROCKEN erzählt die Geschichte der Fans von Frank Zappa, von Musikliebhabern, die in West- wie Ostdeutschland in frühester Jugend von einer hartnäckigen Leidenschaft befallen wurden. Der Film versucht zu ergründen, was Zappa…

ganzen Artikel lesen

Im Prinzip ist das hier die perfekte Veranstaltung.
Georg nach seinem ersten Vinylrausch XV

Ich kenne das Album in- und auswendig, aber hier, und das geht mir immer so, hier beim Vinylrausch höre ich plötzlich Sachen, die ich noch nie gehört habe. Es ist faszinierend.
Thomas beim Jubiläums-Rausch #50

Kosmische Brocken

Zum 30. Todestag von Frank Zappa
Am 17.12. im Sputnik-Kino

Es war ein tolles Erlebnis, hat uns sehr gut gefallen.
Rene und Anita nach ihrem ersten Vinylrausch III

Ich will da unbedingt mal vorbeikommen!
Anja Caspary, Musik-Chefin von RadioEins, im Gespräch über den Vinylrausch.

An den Anfang scrollen
Suche