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Patti Smith Group – Radio Ethiopia (1976)

Cover Patti Smith Group - Radio EthiopiaCover Patti Smith Group - Radio Ethiopia

Seite A
1. Ask the Angels  3:07
2. Ain’t It Strange  6:35
3. Poppies  7:05
4. Pissing in a River 4:41

Seite B
5. Pumping (My Heart) 3:20
6. Distant Fingers 4:17
7. Radio Ethiopia 10:00
8. Abyssinia 2:10

Patti Smith ist eine weitere Ikone des Aufbruchs der Rockmusik in der Mitte der siebziger Jahre. Nach ihrem aufseheneregenden Debüt ‘Horses’ waren die Erwartungen an ihr zweites Album hoch – und die zeitgenössische Kritik dann unweigerlich enttäuscht. Dabei hat sich die Band um Patti Smith und Lenny Kaye erst auf diesem Album so richtig zusammengefunden. Die Stücke sind jedenfalls allesamt bis heute spannend geblieben, sie gehen einem nach dem Wiederhören nicht mehr aus dem Ohr.

Dieses Album wird in der zweiten Ausgabe des Vinylrausch Musikmagazin ausführlich analysiert. Hier ein ganz kurzer Auszug aus dem ‚Text in Arbeit‘:

Nach dem aufseheneregenden, formal und inhaltlich beeindruckenden Debüt ‘Horses’, auf das wir in einem zukünftigen Vinylrausch noch genauer eingehen werden, war das nächste Album ‘Radio Ethiopia’ für viele Kritiker und Fans eine Enttäuschung. Zu hart, zu laut, zu diletantisch. Dabei hatte Patti Smith ein zugänglicheres, mehr am Mainstream orientiertes Album machen wollen, das nicht mehr unter den Einflüssen eines ebenso schöngeistigen wie perfektionistischen Bratschisten stehen sollte. John Cale hatte Patti Smith selbst als Produzent für ‘Horses’ ausgesucht, war dann aber im Studio immer wieder mit ihm aneinandergeraten. Aus heutiger Perspektive macht sie ihre mangelnde Erfahrung mit der Arbeit im Studio für diese Streitereien verantwortlich. Wie auch immer: Cale hat sie zum Improvisieren ermutigt und damit sicher einiges zu der rohen Intensität des Debüts beigetragen.

Es gibt wenige Stimmen, für die ‘Radio Ethiopia’ ein würdiger Nachfolger, eine schlüssige Ergänzung zum Erstling ist. Dazu zählt einer der Väter der engagierten Rockprosa, Walter Hartmann, der in Rocksession II schreibt »‘Radio Ethiopia’, visionärer Sturm und Drang, noch ein paar Nummern subtiler als ‘Horses’. Atemberaubend ist es, und doch sachlich kühl …«. Ich würde sogar noch weiter gehen: für mich ist es ein geschlossenes Kunstwerk, eine laute, diverse Provokation, die sich und uns nicht schont, uns nicht schonen kann, weil sie in einem großen Bogen die Wurzeln und Basis der Rockmusik mit der Klarheit der Wut und der Freiheit der Reflektion verbindet. ‘Radio Ethiopia’ ist ein geschlossenes Kunstwerk. Es beginnt mit einem geradezu klassischen Rocksong: auf den erfrischend simplen Akkord antwortet ein dankbar knappes Gitarrenriff. …

Auf dem Vinylrausch VIII haben wir die zweite Seite dieses hochinteressanten Albums hören können, zusammen mit der B-Seite von Richard Hell & The Voidoids und ‘Velvet Underground & Nico‚ als Album des Monats.

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Vinylrausch VIII
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