Minimalistisch-majestätische Soundgebirge einer irischen Instrumentalband. Gewaltig.
Rosalie Cunningham – To Shoot Another Day (2024)

Seite A
To Shoot Another Day
Timothy Martin’s Conditioning School
Heavy Pencil
Good To Be Damned
In The Shade Of The Shadows
Seite B
The Smut Peddler
Denim Eyes
Spook Racket
Stepped Out Of Time
The Premiere
Solch ein Album gibt es nicht oft, so abwechslungsreich, so schwer zu fassen – und so oft auf dem Plattenteller … To Shoot Another Day ist das aktuelle Werk der vielseitigen und visionären englischen Gitarristin Rosalie Cunningham und ihrer Band. Die Musik ist in den Siebzigern verwurzelt und klingt mitunter tatsächlich wie Psychedelic Rock, aber das sind nur Momente, die schnell umschlagen können. Eingängige Melodien und die wandelbare, durchweg klare Stimme von Rosalie Cunningham lassen dann oft an Art- oder Pop-Rock denken. Aber auch das trifft es nicht wirklich, denn die allesamt diszipliniert arrangierten Songs ruhen sich auf keiner musikalischen Idee aus, sondern springen von einer Überraschung zur nächsten.
Das Ganze ist ein langsam kreisender Strudel, in dem Elemente von schmuddeligem Pub-Rock oder lockerem Vaudeville mit einem harten Metal-Backbeat kombiniert werden können. Ein von Funk-Beat unterlegtes Italo-Pop-Intro wird von wirbelnden Trommelschlägen in einen zunehmend gitarrenlastigen Space-Rock getrieben – eine träge Klavierbegleitung taumelt mit Chorgesang und Saxofonsolo in ein orchestrales Finale.
Geniale Popmusik, frischer Canterbury-Sound oder moderner Progrock? Rosalie Cunningham vereint viele Stile und hat dennoch einen unverwechselbaren, schwer zu fassenden Sound.
Beim Vinylrausch #81 bereiten wir uns mit Too Shoot Another Day auf das nur wärmstens zu empfehlende Konzert der Band am 20.03. im Lido vor!
Ich habe sie zweimal gesehen in den letzten beiden Jahren – hier gibt es einige – in meinen Augen ;-) – spektatkuläre Fotos von diesen Konzerten:








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Rosalie Cunningham – To Shoot Another Day (2024)
