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Prince – Around The World In A Day (1985)

Seite A
Around the World in a Day – 3:27
Paisley Park – 4:40
Condition of the Heart – 6:48
Raspberry Beret – 3:31
Tamborine – 2:46

Seite B
America – 3:42
Pop Life – 3:41
The Ladder – 5:26
Temptation – 8:18

Prince hat sich mit diesem Album dem Druck des Erfolgs von Purple Rain entzogen und 1985 ein differenziertes Album veröffentlicht, das den Rock und das Songwriting der Sechziger- in die kühle Stringenz der Achtzigerjahre überträgt.

Mit seinem elektronisch aufgeladenen ‹Naked Funk› war Prince musikalisch der afroamerikanische Künstler der Neuzeit, der Blues, Funk und Soul programmatisch mit den weißen Musiktraditionen verbunden hat. Im Unterschied zu anderen Musikern, konnte Prince in seinen großen Gesten ganze Welten kreieren, Welten voller Erotik, Freiheit und Individualismus. Er legte verborgene Emotionen frei, er lud »die depressive Energie der Zeit mit erotischem Hype auf.«

In der musikalischen Spannung zwischen den handgemachten Grooves der Backing-Bands und -Musiker und den elektronisch programmierten und in Dauerschleife abgespielten Hintergrundrhythmen liegt das Erfolgsgeheimnis der Musik von Prince: Sie ist gleichzeitig simple und komplex, tanzbar und trotzdem überraschend, diszipliniert und doch, in engen Grenzen, chaotisch/improvisiert.

Stevie Wonder und Prince

Auszug aus dem Vinylrausch Musikmagazin #1

Wenn man die beiden Alben Songs In The Key Of Life und Around The World In A Day unmittelbar nacheinander hört, ist der große Einfluss von Stevie Wonder auf den Stil von Prince deutlich zu hören. Beide zeichnet ein tiefes Verständnis für den Groove aus, beide bauen dichte Klangskulpturen auf, deren packende Melodien die Emotionalität des Soul mit dem körpererschütternden Beat der Rockmusik verbindet.

Bei Prince steht der durchgängige Drumbeat zusammen mit einem tanzbaren Funkrhythmus im Vordergrund. Dahinter scheint der musikalische Raum komplett mit Klang gefüllt zu sein, jede Nische wird diszipliniert bespielt und mit füllenden Sounds und rhythmischen Akzenten verziert. Was man in der arrangierten Perfektion von Prince vermissen könnte, ist die suchende Freiheit der Instrumente, die bei Stevie Wonder mit einer eigenen Stimme zu sprechen scheinen. Sie werden zum Leben erweckt und kommunizieren untereinander, feuern sich an oder werden von der variablen Stimme Stevie Wonders in Schach gehalten.

Dagegen scheint Prince in seiner Band eine musikalische Armee zu sehen, die im perfekt einstudierten Stechschritt des ›naked Funk‹ das Publikum im Sturm zu erobern hat. Prince ist damit hörbar ein Kind der achtziger Jahre, der seiner Musik die Freiheiten des Jazz komplett ausgetrieben hat. Stevie Wonder dagegen hatte Mitte der Siebziger noch die Chance, sein musikalisches Amalgam aus Soul, Funk und Jazz mit Hilfe der rockigen Elemente auf eine universelle musikalische Ebene zu bringen, die die Stücke auch heute noch zeitlos klingen und trotz des historischen Synthesizersounds nur schwer einer Epoche zuordnen lässt.

Vinylrausch #05
1. Stevie Wonder – Songs In The Key of Life (1976)
2. Prince – Around The World In A Day (1985)
3. So klang der Vinylrausch V
4. Jimi Hendrix – Electric Ladyland (1968)
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