Leider ist die wütende Anklage heute so aktuell wie zur Jahrtausendwende: RATM beziehen Stellung gegen Ungleichheit, imperialistischen Bestrebungen und Krieg. Ein Aufbruch.
Loudon Wainwright III – Album II (1971)

Seite A
Me and My Friend the Cat 3:23
Motel Blues 2:50
Nice Jewish Girls 2:09
Be Careful, There’s a Baby in the House 3:18
I Know I’m Unhappy/Suicide Song/Glenville Reel 3:10
Saw Your Name in the Paper 2:14
Seite B
Samson and the Warden 3:09
Plane; Too 3:10
Cook That Dinner, Dora 2:06
Old Friend 2:57
Old Paint 3:50
Winter Song 3:30
Ein Singer-/Songwriter, der einmal als der »New Dylan« gehandelt wurde, aber nie groß herauskam, nur einen (Indie-)Hit hatte und heute im Schatten seiner ebenfalls Musik machenden Kinder Rufus und Martha steht. Dabei ist Loudon Wainwright III wirklich ein Typ: groß und bärbeißig, ehrlich und humorvoll. In seinen Songs nimmt er kein Blatt vor den Mund, ihm gelingt es nach eigener Aussage, besser in Songs als im wirklichen Leben Dinge anzusprechen und den richtigen Ton zu finden.
Den trifft sein Gesang nicht immer, aber gerade das macht das besondere aus: Er ist eine sehr individuelle Stimme, mit einer sehr individuellen Weltsicht. Um die zu verkünden, scheut er für ein gelungenes Sprachspiel auch vor drastischen Schilderungen nicht zurück: sein größter ’Hit’ Dead Skunk behandelt ein totes Tier auf der Fahrbahn.
Die Songs auf Album II sind ehrlich und selbstironisch, er schreibt über sein Tourleben, die Frauen und Kinder, das Familienleben. Sein Humor ist fast britisch, manchmal sehr schwarz (Suicide Song), manchmal voller erdiger Lebensweisheit (Be Careful, There’s A Baby In The House).
Das Album ist eine Entdeckung von der KOSMISCHE BROCKEN Tour (gefunden in dem empfehlenswerten Plattenlädle in Reutlingen) und passt mit der A-Seite perfekt als leichtfüssiges Intro für die beiden sehr persönlichen Songschreiber beim intensiven Vinylrausch #83.
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Loudon Wainwright III – Album II (1971)
