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Zum 25. Todestag von Frank Zappa – Dokumentarfilm KOSMISCHE BROCKEN im Dezember im Kino – Eine Stadt, ein Kino, eine Vorstellung!

Ein kosmischer Rausch

„Kosmische Musik“ ist tatsächlich ein Terminus, der Anfang der siebziger Jahre auch in der englischen Musikpresse für die merkwürdige Musik verwendet wurde, die damals aus Deutschland kam und für die es offensichtlich keinen treffenderen englischen Begriff gab. Kraftwerk 1 - Label der Erstpressung PhilipsSo hat John Peel in einem 1973 in der englischsprachigen Musikzeitschrift The Listener erschienen Artikel unter der Überschrift „kosmische Musik“ die für Rockgruppen ungewöhnlichen, ohne das übliche Blues-Gerüst nach vorne treibenden, häufig elektronischen Sounds zusammengefasst, die von Bands wie Tangerin Dream, Cluster, Can oder Neu! gespielt wurden und sich keiner angloamerikanischen (Blues-)Rock-Tradition zuordnen ließen. Dieses Phänomen wird heute dem „Krautrock“ zugeordnet und der hat wiederum eine Vielzahl von Musikstilen hervorgebracht oder entscheidend geprägt: EBM, Electro, Industrial Music, Punk, Noise, Techno und überhaupt der ganze, über langen monotonen Schlagzeugbeats entwickelten Electro-Pop der achtziger Jahre wäre ohne Krautrock nicht denkbar. Für John Peel jedenfalls kam damals schon „die interessanteste und eindeutig fortschrittlichste Musik aus Deutschland“. Bei dem Vinylrausch XIII haben wir das Debütalbum von Kraftwerk, sicher der einflussreichsten Band der Krautrock-Szene, in einer fantastisch klingenden Erstpressung hören können. Das beeindruckende Frühwerk, das heute von Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter nicht mehr als zum Kraftwerk-Kanon zugehörig betrachtet wird, ist von dem Kölner Tonmeister, Produzenten und innovativen Soundtüftler Conny Plank produziert worden. Seine Begeisterung und seinen Enthusiasmus für die elektronischen Sounds von Ralf Hütter und Florian Schneider konnte man in dem plastischen und überaus dynamischen Klangbild heute noch spüren. Die sphärischen Klänge von Megahertz etwa durchzogen den Klangraum der Leinwand mit einer Leichtigkeit, die die bedrohliche Theatralik von „Vom Himmel Hoch“ noch unheimlicher machte. Dank eines perfekt ausgesuchten Tonsystems von Hifi im Hinterhof und einer fast völlig nebengeräuschefreien Erstpressung, die uns von Jürgen aus seiner Sammlung mitgebracht wurde, ist dieser Abend allein mit diesem Album schon zu einem einmaligen Rausch geworden.
1970
Kraftwerk - Kraftwerk
Kraftwerk – Das Debüt der elektronischen Soundpioniere war beim Vinylrausch XIII dabei und klang dank Cony Plank und der Kopie von Jürgen ungestört grossartig.
1984
Holger Czukay - Der Osten ist Rot
Der Osten ist Rot überraschte beim Vinylrausch XIII mit witzigen Soundideen und Ambient-Klängen und erinnerte an die verstorbenen Can-Gründer Czukay und Liebezeit.
Danach gab es mit der chinesischen Nationalhymne in der von Holger Czukay zusammen mit Jaki Liebezeit nachkomponierten Fassung eine musikalische Würdigung der Can-Gründer, die beide in diesem Jahr gestorben sind. Dank an Frank Wonneberg für den Tipp zum Album Der Osten ist Rot und den Interviewclip mit Holger Czukay zur Einstimmung. In dem im direkten Anschluss an diesen Vinylrausch gezeigten Dokumentarfilm Conny Plank – The Potential of Noise konnten wir dann den großen Tonmeister selbst bei der Arbeit mit Kraftwerk und vielen anderen Künstlern in den siebziger und achtziger Jahren beobachten. Jürgen Pohl vom Salzgeber Filmverleih hat uns eine kurze Einführung in den Film gegeben und dabei auch Peter Göhrl vorgestellt – Göhrl ist Mitglied der Band DAF und war Gast beim Vinylrausch um den Film zu sehen, in dem er zusammen mit Stephan Plank Erinnerungen an die Aufnahmesessions ihres ersten Albums im Studio von Conny Plank ausgetauscht hat.  Der perfekte Abschluss eines wahrlich „kosmischen“ Abends…
Vinylrausch XIII

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