skip to Main Content

Vinylrausch X – der sehr britische Rausch!

Für den 10ten Vinylrausch haben wir uns was Besonderes rausgesucht: Wir hören Musik und gucken Filmausschnitte zum Thema:

Does Humor Belong In Music ?

Eine Frage, die schon Frank Zappa umtrieb und die man leider doch wohl mit Nein beantworten muss – auch wenn es vor 50 Jahren durchaus Anlass zum Lachen gab.

1967 wird ja gerne als das einflussreichste Jahr der Rock/Popmusik betrachtet, das Jahr in dem sich die Rockmusik diversifizierte. Also, es bildeten sich die Strömungen heraus, die sich bis heute gehalten haben: Progrock, Folkrock, Psychedelic- und Acidrock, Bluesrock, Jazzrock, Konzeptrock usw.. Aber es gibt auch einen Trend im Jahr 67, der sich später nie so richtig durchgesetzt hat: Humor in der Rockmusik. Natürlich ist das dem Umstand geschuldet, dass die Musiker versuchten, alle möglichen Einflüsse in der Rockmusik unterzubringen und Klamauk, Comedy, Ironie, kritischer Humor gehörten natürlich besonders in England zum Alltag und die Tradition der MusicHall, des Merseybeat und die alten Radiostationen, die skurrilerweise versuchten, auf den Rockcircus aufzuspringen, war in England noch allgegenwärtig. Und auch bewußtseinserweiternede Drogen mögen eine Rolle gespielt haben.

Komisch aber, dass ausgerechnet The Who sich diesem Thema zuwandten. „The Who Sell Out“ war eine Scheibe, die eine Radioshow karikierte, indem zwischen die Titel Radiotrailer und Werbung eingesungen wurde.

Auch die Beatles, die ja schon in „Sgt Pepper“ immer mal wieder Humor bewiesen hatten und durch den Erfolg vielleicht etwas größenwahnsinnig geworden waren, beschlossen, eine Music-Hall aufzusuchen und machten dazu eine Magical Mysterie Tour. Einen ziemlich skurrilen Film unter eigener Regie. Als Komponisten für die Filmmusik tauchten neben The Beatles zwei unbekannte Namen auf: Vivian Stanshall und Neil Innes. Diese beiden gehörten wiederum einer Band an, die Humor quasi zum Programm erhoben hatten, der Bonzo Dog Doo Dah Band. Zwischen den Beatles und der Bonzo Dog Band muss es kreativen Austausch gegeben haben, denn die Bonzo traten in Magical Mysterie auf – und als die Beatles an ihrer MusicHall ankommen, einem Nachtclub, spielt dort die Bonzo Dod Doo Dah Band den Titel „DeathCab for Cuties.“ Und Paul McCartney produzierte dann, angeblich um eine Schuld abzutragen, unter dem Namen Apollo C Vermouth für die Bonzos deren einzigen Hit „I´m The Urban Spaceman“. Und musste sich dafür in dem Song „Mr. Apollo“ verulken lassen. Wir hören die Seite 1 vom Album „Tadpoles“.

Also, Neil Innes und Vivian Stanshall, nahmen schon sehr zielgerichtet den ganzen Rockcircus auf die Schippe und bekamen in den Siebzigern von der BBC dafür eine eigene Show: „The Rutland Weekend Television“, in der sie vor allem über die Beatles herzogen. Das Ganze mündete dann in den Kinofilm „The Rutles“, eine Dokumentation über die erfolgreichste Band der Welt, eben die Rutles. Mit Titeln wie „All You Need Is Cash“, „A Hard Days Rut“ oder „The Tragical Hystory Tour“.. U.a. mit Bianca Jagger (als Martini Mc Quickly), Mick Jagger (als Himself), Ron Wood (al sein Hell´s Angel), Paul Simon (als Himself), John Belushi (als Ron Decline), George Harrison (als The Interviewer), Eric Idle (als Paul McCartney) und der Sgt. Rutters Only Darts Club Band.

Wir werden nach den Platten ein paar Ausschnitte aus diesem Film zeigen, der in vielerlei Hinsicht an die genialen Monty Python erinnert. Neil Innes hat den auch später bei Monty Python als „Siebter Python“ mitgemacht und Vivian Stanshall hat dann auf seinen Soloalben mit Keith Moon und John Entwhistle zusammengearbeitet. Der Kreis schließt sich.

Versuchen wir es also bei diesem Vinylrausch mal mit guter Musik und rauschhaftem Humor.

 

Vinylrausch X
Back To Top
Close search
Suche