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Exklusive Preview: Conny Plank – The Potential of Noise

Vinylrausch proudly presents:

Tatsächlich können wir euch beim nächsten Vinylrausch XIII eine besondere Überraschung bieten: wir werden den neuen Dokumentarfilm über den Kölner Produzenten Conny Plank in einer exklusiven Preview eine Woche vor dem Kinostart sehen!

Vorher wird es ein Filmgespräch mit dem Regisseur geben – und natürlich die passende Musik von Vinyl, die Conny Plank maßgeblich geprägt hat: die erste Platte von Kraftwerk ist ein heute todgeschwiegenes Juwel, das seine Prog-Vergangenheit nicht leugnen kann.

Aus gegebenem Anlass – nach Jaki Liebezeit im Januar ist nun auch Holger Czukay, einer der Gründer von Can und mit Liebezeit das rhythmische Rückrad der Gruppe vor ein paar Tagen gestorben – werden wir die zweite Seite von Holger Czukays Album Der Osten ist Rot (1984) hören. An dieser Platte war Conny Plank nicht nur als Produzent, sondern auch als Musiker beteiligt und wird uns von Frank Wonneberg mitbebracht und vorgestellt werden.

Und wenn dann, vermutlich nach dem Film, noch Zeit ist, werden wir eine Seite von Neu! hören – das war damals tatsächlich neue, für manch „komische“, für andere kosmische Musik.

Für alle Vinylrauschteilnehmer gibt es ein besonderes Angebot: die Karte für den Film wird für uns nur fünf Euro kosten! Also: merkt euch den 21.09. vor und meldet euch an, dann bekommt ihr den Ermässigungscode zugeschickt.

Der Vinylrausch beginnt um 19:30 mit dem Kraftwerk-Album und Holger Czukay. Dann gibt es nach der Pause ein Filmgespräch mit dem Regisseur Stephan Plank und der Film startet dann um 21:00 Uhr!

Ein brennender Rausch mit zwei ungewöhnlichen Simmen

„Solar Flares burn, they burn for you“

Die Leidenschaft hinter der Musik hat man auf diesem Rausch in jeder Note gespürt: ungewöhnliche Stimmen, drei Jahrzehnte voneinander entfernt aufgenommen, die eine eher ins Falset drifftend, die andere brüchig-berührend – es war ein Rausch, der stark von zwei diesen beiden unterschiedlichen Stimmen geprägt war.

Der musikalische Background von Robert Wyatt und von Joe Newmann, dem Sänger von Alt-J, der zu ihren beiden Platten „Ruth Is Stranger Than Richard“ von 1975 und „An Awsome Wave“ von 2012 geführt hat, wird sicher sehr unterschiedlich gewesen sein. Darum war es um so verblüffender, wie ähnlich sie sich in Intonation und Phrasierung oft waren. Besonders die ungewöhnlichen und darum unerwarteten Betonungen einzelner Worte in den Texten und das Zerlegen ganzer Wörter in einzelne Buchstaben oder Laut-Elemente waren eine auffällige Gemeinsamkeit.

Die gab es auch in der Verständlichkeit der Texte: Während die Songs bei Robert Wyatt immerhin noch als krude Storys zu erkennen waren, machen es Alt-J auch den Muttersprachlern nicht einfach – so verrätselt schreibt man Texte, die den Zuhörer zum – mehrmaligen – zuhören zwingen…

Auch in dem Konzept der Interludes oder Zwischenstücke ähnelten sich die Alben: auf der Seite Richard gibt es drei kurze, Muddy Mouth betitelte Songfragmente. Alt-J verteilen ihre drei instrumentalen Interludes über die beiden Seiten der Platte und trennen damit die stilistisch ja sehr weit auseinandergehenden Songs voneinander.

Das Album von Robert Wyatt konnten wir von einer original englischen Virgin-Pressung von 1975 hören, die uns Frank Wonneberg aus seiner Sammlung der ersten 150 Virgin-Platten mitgebracht hatte – vielen Dank dafür! Ein offener, luftiger Sound, der den Kontrast zwischen den leisen, fast schon melancholischen Musikteilen, den Saxophon- und Piano-Soli und dem „progressiven“ Crescendo einiger Stücke herrlich zum Klingen brachte.

Die neuere Platte von 2012 war dann, wie zu erwarten, in den Bässen kraftvoller und hatte insgesamt mehr Druck, was dieser Mischung aus Elektro-Folk und experimentellem Pop sehr gut tat.

Beide Platten passten fantastisch zusammen und haben uns mit ihrer intelligenten und überraschend arrangierten Musik einen beeindruckend intensiven Rausch beschert – sie brannten für uns…

 

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